Rasseinfos Perser

Ursprung

Der genaue Ursprung der Rasse ist unklar. Möglicherweise stammt sie von Angorakatzen aus der Türkei ab, in die andere langhaarige Rassen aus dem damaligen Persien (heute Iran), Afghanistan, Burma, China etc. eingekreuzt wurden. Diese orientalische Rasse hat einen natürlichen Ursprung, denn sie ist durch das mutierte Langhaar-Gen entstanden. Ursprünglich waren es wildlebende Tiere aus den Hochebenen südlich des Kaukasus, unempfindlich gegen Kälte oder Hitze. Schon Ende des späten Mittelalters erreichte diese Katze durch Handelskarawanen den mittleren Osten und China. Handelsleute verschifften sie später mit den Handelswaren nach Italien, Frankreich und England.
Ende des 16. Jahrhunderts berichtete ein italienischer Abenteurer von einer Katzenart mit langen Haaren, die in der damaligen türkischen Hauptstadt Angora (heute Ankara) lebte. Etwa 50 Jahre später brachte Nicolas Claude Fabri de Peirec einige dieser Katzen zur Zucht mit nach Europa. Als erste Langhaarkatze war ihr der Erfolg sicher. Könige, wie etwa Ludwig XV, waren Bewunderer dieser weißen Katzen mit den geheimnisvollen Augen und gaben sie als wertvolles Geschenk an Fürsten weiter.
Im 18. Jahrhundert war sie Statussymbol an den europäischen Höfen. Zahlreiche Gemälde dieser Zeit dokumentieren diese Art von Luxusgeschenken. Prinzessin Victoria von Schleswig-Holstein war Besitzerin einer solchen weißen Katze. Königin Victoria und andere Mitglieder des englischen Königshauses hatten eine Vorliebe für blaue Perser und steigerten hierdurch die Popularität dieser Rasse. Die meisten Perser, die 1871 auf der ersten Katzenausstellung in England gezeigt wurden, waren schwarz, blau oder weiß. Blaue und schwarze Perserkatzen galten zunächst als besonders wertvoll. 1901 wurde die Blue Persian Cat Society gegründet und kurz darauf der erste Standard für Perserkatzen erstellt. Hauptaugenmerk galt hierbei gleichmäßigem, dichten Fell und einer einheitlichen Farbe.
Der Typ der heutigen Perser und Exotic Shorthair ist ein Ergebnis züchterischer Auslese. Am besten wird das Aussehen beschrieben mit dem Slogan: "Quadratisch, praktisch, gut!". Viel Wert gelegt wird heutzutage vor allem auf einen cobby Körperbau, d.h. die Katze sollte gedrungen sein, die Länge des Bauches zwischen den Vorder- und Hinterbeinen ungefähr der Länge der Beine entsprechen (quadratisch). Außerdem immer wieder "rund": runder Kopf, kleine runde Ohren, runde Augen...
Die Exotic Shorthair ist die kurzhaarige Variante zu den Persern. Sie ist aus American Shorthair und Perser-Einkreuzung hervorgegangen. Verpaarungen Exotic x Perser sind in allen Organisationen außer der CFA erlaubt.
Die beiden Rassen unterscheiden sich nur in der Haarlänge und Temperament. Die Perser brauchen besonders sorgfältige Fellpflege. Ihr Wesen ist ruhig und zurückhaltend, ihre Stimme zart und angenehm. Die Exotic Shorthair ist im allgemeinen temperamentvoller.


Die Diskussion um die Nase

Der gültige WCF-Standard (von 2000) für Perserkatzen schreibt eine kurze und breite Nase mit einem deutlichen Stop vor (einen Knick zwischen Nase und Stirn). Stupsnasen sind nach diesem Standard unerwünscht, die Nasenspitze darf hiernach nicht höher sein als das Unterlid des Auges.
Der Stop ist aus medizinischen Gründen problematisch. Ein besonders stark ausgeprägter Knick zwischen Nase und Stirn war oftmals mit einer Verengung des Tränen-Nasen-Kanals verbunden. Dies kann massive Augenprobleme nach sich ziehen, zudem können hierbei Atemstörungen vorkommen. An den Augenwinkeln auslaufende Tränenflüssigkeit hinterlässt dunkle Verkrustungen und kann dauerhafte Verfärbungen im Fell hinterlassen. Durch züchterische Selektion gehören diese Probleme inzwischen aber größtenteils der Vergangenheit an. Somit ist heutzutage die Frage kurze oder längere Nase zum Großteil eine Geschmacksfrage.
Einige Züchter haben sich darauf spezialisiert, so genannte "Perser mit Nase" zu fördern. Einige Vereine unterteilen inzwischen ihre Ausstellungsklassen in "englischer Typ" oder "Klassischer Perser" und „amerikanischer Typ".